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Knackpunkt – Netzneutralität und die Nutzung von QoS-Verfahren - Prof. Dr. Norbert Pohlmann

Knackpunkt – Netzneutralität und die Nutzung von QoS-Verfahren

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Norbert Pohlmann  (Institut für Internet-Sicherheit):,
“Knackpunkt – Netzneutralität und die Nutzung von QoS-Verfahren”,
iX – Magazin für professionelle Informationstechnik,
Heise-Verlag,
04/2011

Was die Augen von Fernsehkonsumenten leuchten lässt, treibt den Netzbetreibern Sorgenfalten auf die Stirn: IP-TV und andere zeitkritische Anwendungen können nicht nur Engpässe hervorrufen, sondern stellen auch die vielbeschworene Netzneutralität infrage.

Internet-TV, IP-Telefonie und andere „Echtzeitanwendungen“ lassen zurzeit
den Bandbreitenbedarf rasch wachsen, und damit die Ansprüche an eine hohe Qualität der Übertragung. In der Vergangenheit hat einfach eine
großzügig bemessene Übertragungskapazität die Dienstgüte sichergestellt. Zunehmend rückt aber der flächendeckende Einsatz von QoS-Steuerung (Quality of Service) ins Blickfeld, der eine kontinuierlich hohe Qualität der
IP-Kommunikation für den wachsenden Anteil von Echtzeitanwendungen gewährleisten soll. Die vielbeschworene Netzneutralität steht damit infrage.
Sie entfacht derzeit leidenschaftliche gesellschaftliche und politische Diskussionen. Es geht um ein freies und offenes Internet, in dem das Recht
auf Meinungsfreiheit und weitere demokratische Grundrechte erhalten bleiben müssen. Nicht zuletzt gilt es die Innovationsfreude aller Beteiligten
aufrechtzuerhalten. Einflussfaktoren, die neben der Technik eine besondere Rolle spielen, sind zukünftige Geschäftsmodelle und mögliche
Regulierungen im Internet.
Das Folgende beleuchtet technische Aspekte der QoSMechanismen und deren Einfluss auf die Echtzeitanwendungen. Ein wohldosiertes Maß an „Nicht-Neutralität“, das QoS-Mechanismen mit sich bringen, soll Innovationen bei Internet-Echtzeitanwendungen fördern. Zurzeit besteht das Internet aus rund 37 000 unabhängigen IP-Netzen, sogenannten autonomen Systemen (AS). Es transportiert die Daten gewöhnlich transparent in IP-Paketen. Die IP-Netze sind dienste- und applikationsneutral. Die Endpunkte der IPNetze, etwa Smartphones, PCs oder Server, entscheiden über die Art und Weise der Kommunikation. Das Internet als „Network of Networks“ ist damit multifunktional und
multimedial. Es gibt nur ein nicht fragmentiertes, weltweites Internet mit einer öffentlichen Adressierung.

Das Internet-Protokoll kann verschiedene physische In frastrukturen nutzen, auf der Netzzugangsebene etwa Ethernet, WLAN, DSL oder Mobilfunk, im Backbone ATM, Ethernet, PDH/SDH, MPLS
und so weiter. Netzbetreiber können sich mit den Partnern
ihrer Wahl verbinden, meist unter der Voraussetzung, dass
alle Endpunkte stets ans gesamte Internet angeschlossen
sind, etwa durch Up Streams oder Public und Private Peering zwischen den IP-Netzen.


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