1976-1980 – Energieanlagenelektroniker Mannesmannröhren-Werke in Düsseldorf

Schon als Schüler interessierte ich mich sehr für Elektrotechnik, weil mein Vater Elektromeister bei der Firma Mannesmannröhren-Werke in Düsseldorf war. Aus diesem Grund habe ich 1976 bis 1980 eine Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker bei der Firma Mannesmannröhren-Werke in Düsseldorf absolviert. Hier erlernte ich die praktischen Grundlagen der Elektrotechnik und Elektronik und deren Anwendung. In der Ausbildungswerkstatt habe ich schon 1979 Mikroprozessorsysteme aufgebaut und programmiert. In meiner Ausbildung habe ich sehr viele theoretische und praktische  Aspekte eines modernen Betriebselektrikers kennengelernt.
Für meinen Abschluss der Ausbildung in Theorie und Praxis mit „sehr gut“ bin ich von der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf für besondere Leistungen und den besten Abschluss ausgezeichnet worden. Ein Teil dieser Auszeichnung war eine Reise nach West- und Ost-Berlin, bei der ich sehr viel über das Verhältnis und die  Herausforderungen der DDR und BRD erfahren und erlebt habe.
Nach der Berufsausbildung erlebte ich für ein halbes Jahr als Betriebselektriker den praktischen Industriebetrieb bei der Firma Mannesmannröhren-Werke. Zu meinen Aufgaben gehörten der Aufbau und die Fehlerbehebung von modernen Steueranlagen, die prozessorgesteuert die Walzstraßen regelten. Ich erwarb viele Kenntnisse über den praktischen Betrieb von Computersystemen in der Industrie. Außerdem war die Vorgehensweise bei der Fehlersuche und -behebung bei Produktionsausfall eine der wichtigsten Aufgaben, die ich in dieser Zeit erlernte.

Während der Vorlesungsfreien Zeit habe ich als Energieanlagenelektroniker bei Mannesmann gearbeitet, um einen Teil meines Studiums finanzieren zu können.

 

Anekdote vom ersten Tag als Energieanlagenelektroniker:

Bei meinem ersten Tag als Betriebselektriker war ich sehr gespannt, wie ich mein vieles Wissen, was ich während der sehr guten Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker erworben hatte, in Anwendung bringen konnte.

Der erste Tag begann um 6 Uhr und es dauerte keine fünf Minuten, bis ein Anruf kann, dass eine Steueranlage nicht mehr funktionierte. Ich hatte gelernt, dass der Stillstand von Industrieanlagen immer sehr viel Geld kostet. Bei einigen sogar bis zu 100.000 DM. Bei der Industrieanlage, die ich als erstes wieder zum Laufen bringen sollte, einige Tausend DM pro Stunde. Da ich die Industrieanlagen noch nicht kannte, habe ich in den 20 Metern Schaltschränke die Pläne gesucht, auf dem Boden verteilt und versucht, diese zu verstehen, um einen Fehler ausfindig zu machen. Nach einer halben Stunde des intensiven Verstehens und Suchens, kam der Steuermann der Anlage, klopft mir auf die Schultern und sagte, dass meine Kollegen immer in dem vierten Schaftschrank auf einen Knopf drücken und dann würde die Anlage wieder laufen. Ich fand diesen Hinweis sehr unpassend, weil ich ja der Elektriker war. Da ich aber keine Idee hatte, wo das Problem bei dieser komplexen Anlage lag, habe ich mal nachgeschaut. Im vierten Schrank war ein Überstromschalter, der ausgelöst hatte und nur wieder eingeschaltet werden musste.

Nach dieser wichtigen Erfahrung war der erste Gang immer zum erfahrenen Steuermann der entsprechenden Anlage mit der Frage, welchen Knopf ich denn drücken muss. In der Regel treten bestimmte Fehler am Häufigsten auf und diese als erstes zu überprüfen, macht sehr viel Sinn. Diese Punkt habe ich während meiner Ausbildung nicht gelernt.

 

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Informationen zur Mannesmannröhren-Werke

Mannesmannröhren-Werke AG lautete von 1908 bis zur Liquidation nach dem Zweiten Weltkrieg der Name des alten Mannesmann-Stahlkonzerns mit Sitz in Düsseldorf. 1969 wurden die Mannesmannröhren-Werke als Tochtergesellschaft des Mannesmann-Konzerns neu gegründet. Die Mannesmannröhren-Werke waren damit – als Tochtergesellschaft der bereits 1955 neu entstandenen Mannesmann AG – eines der weltweit größten Unternehmen zur Herstellung von Stahlrohren. Die heute noch bestehende Mannesmannröhren-Werke GmbH ist die Führungsgesellschaft der operativen Gesellschaften des Geschäftsbereichs Mannesmann des Salzgitter-Konzerns. Sie bieten ihren Kunden ein breites Sortiment an hochwertigen geschweißten und nahtlosen Stahlrohren für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Hier befinden sich heute die Rechte an der Marke „Mannesmann“ (WIKIPEDIA).