1985-1988 Forschungsingenieur im Labor für Telematik an Fachhochschule Aachen

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Nach meinem Studium der Elektrotechnik mit der Studienrichtung Informationsverarbeitung an der Fachhochschule Aachen war ich von 1985 bis 1988 Forschungsingenieur und später Leiter des Labors für Telematik (Prof. Dr. C. Ruland) an der Fachhochschule Aachen, in dem zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Drittmittelprojekte) durchgeführt wurden, die sich mit Netzwerktechnik, Zahlungssysteme, Chipkarten-Themen und Informationssicherheit beschäftigten.

Während dieser Zeit als Forschungsingenieur hatte ich die Gelegenheit, bei Vorlesungen und Übungen mit dem Thema „Informationssicherheit“ als Wahlpflichtfach (4 Semester-Wochenstunden) mitzuarbeiten. Damit hatte ich die Gelegenheit, theoretische Grundlagen didaktisch aufzuarbeiten und dieses Wissen den Studierenden zu vermitteln. Außerdem gehörte die Mitbetreuung von Diplomarbeiten im „Labor für Telematik“ zu meinen spannenden Aufgaben. Während meiner Tätigkeit an der Fachhochschule Aachen betreute ich über 40 interessante Diplomarbeiten und wirkte in den mündlichen Prüfungen mit. Des Weiteren führte ich Praktika im Bereich Datenfernübertragung in den damals aktuellen Themenbereichen: „Protokollanalysen von OSI-Protokollen“ und „Neue Normen“ wie FTAM, X.400 und CMISE durch.

Ein Schwerpunkt im Labor für Telematik war das Arbeiten in Forschungs- und Drittmittelprojekten. Hier übernahm ich ein Forschungsprojekt von NRW mit dem Thema „Einbindung von Sicherheitsmechanismen in den Teletex-Dienst“.

Im Bereich Drittmittelprojekte habe ich an Forschungsaufträgen aus der Wirtschaft mit den folgenden Themen gearbeitet:

  • Konzeption von Sicherheitssystemen in Kommunikationsnetzen
  • Sicherheit in Fernwirksystemen
  • Verschlüsselung im Fernsprechnetz und im Datex-P-Netz
  • Realisierung eines Sicherheitssystems für den Teletex-Dienst
  • Einbindung der digitalen Signatur und der Verschlüsselung in ein
  • Bürokommunikationssystem
  • Studie über Chipkarten und mögliche Anwendungen
  • Implementierung von kryptographischen Verfahren in Chipkarten (DES- und RSA-Verfahren)
  • Sicherheitsanalyse von Chipkarten-basierten POS-Systemen
  • Sicherheitsanalyse eines Sicherheitsmoduls
  • Sicherheitsstudie über ein Chipkarten-basiertes Zugangskontrollsystem
  • Erstellung eines PC-Sicherheitskonzepts
  • Realisierung der kryptographischen Funktionen und Schlüsselgenerierung des Fiat-Shamir-Verfahrens

Die Unternehmen, mit denen wir Drittmittelprojekte umgesetzt haben, waren große Unternehmen, die zur dieser Zeit an zukunftsorientierten Themen arbeiteten.

Die Beschäftigung mit neuen und wichtigen Themen sowie der enge Kontakt mit der Wirtschaft, waren eine sehr gute Basis für unser Spin-Off „KryptoKom“, das aus dem Labor für Telematik entstanden ist.

Link zu KryptoKom

 

Anekdote aus der Zeit im Labor für Telematik:

Während der Zeit an der Hochschule war ich über den DIN aktiv in der ISO Normung tätig. Dort habe ich mich insbesondere um einen Standard im Bereich der Authentifikation gekümmert. Die Arbeit in der ISO war aufregend, weil die Konsensfindung wegen der sehr vielen Länder- und Firmeninteressen, aber auch der vielen Vorlieben und Einstellungen der aktiven Personen, schwierig waren. Es war nicht immer leicht, diese vielen unterschiedlichen Interessen und Vorlieben zu kanalisieren, was neben der inhaltlichen Arbeit oft den größten Aufwand verursachte und damit die lange Zeit bis ein Standard verabschiedet wurde, begründete.

Die Treffen der ISO-Sitzungen waren international und von daher auch sehr abenteuerlich. Die Sitzungen waren in London/England, Ottawa/Kanada, Paris/Frankreich, … Meine erste Sitzung, an der ich teilnehmen durfte, war in Paris, bei der ich die anderen Teilnehmer noch nicht kannte. Ich hatte beim Pörtner erfragt, in welchem Raum die ISO-Sitzung stattfinden würde. Als ich diesem Raum betrat, habe ich nur einen Herrn französisch sprechen gehört und bin direkt wieder raus gegangen. Doch der Pförtner versicherte mir, dass dieser Raum der richtige ist. Als ich mich dann dort hingesetzt hatte und einige Zeit zuhörte, wurde mir klar, dass der Mann versucht hat Englisch zu sprechen, was nur durch die französische Betonung schwer zu verstehen war. Am Ende dieses Tages hatte ich mich auch daran gewöhnt.

 

Norbert Pohlmann hält ein Vortrag im Labor für Telematik

Labor für Telematik - Prof Norbert Pohlmann