Was sind Serious Games? Serious Games sind Spiele mit einem klaren Lern- oder Trainingsziel über reine Unterhaltung hinaus. Sie machen komplexe Inhalte durch Erleben, Entscheiden und Feedback verständlich. Ziel ist die nachhaltige Förderung von Wissen, Verhalten und Handlungskompetenz z.B. im Kontext der IT-Sicherheit.
Serious Games
Serious Games sind eigenständige spielbasierte Lern-, Trainings- und Erfahrungsformate, die mit einem klar definierten Zweck jenseits reiner Unterhaltung entwickelt werden. Ihr Ziel ist es, Wissen, Fähigkeiten, Einstellungen oder Verhaltensweisen zu vermitteln, zu festigen oder zu verändern. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Vermittlung von Informationen, sondern das Erleben von Handlungssituationen, in denen Teilnehmende aktiv entscheiden, Konsequenzen erfahren und ihr Vorgehen reflektieren. Charakteristisch ist ihr handlungsorientierter Lernansatz. Lernen entsteht nicht durch Belehrung, sondern durch Tun: Spielende werden Teil einer Situation, übernehmen Rollen, lösen Probleme, treffen Entscheidungen und erleben unmittelbar, welche Auswirkungen ihr Handeln hat. Fehler sind dabei ausdrücklich erlaubt und didaktisch gewollt, da sie einen zentralen Bestandteil des Lernprozesses darstellen. Der geschützte Spielrahmen ermöglicht das Experimentieren, Wiederholen und Anpassen von Strategien ohne reale negative Folgen. Dazu nutzen sie gezielt psychologische und pädagogische Wirkmechanismen, die nachhaltiges Lernen begünstigen. Dazu zählen aktive Beteiligung, emotionale Einbindung, unmittelbares Feedback sowie häufig auch soziale Interaktion. Durch die Kombination mehrerer Sinne und die Verknüpfung von Handlung, Gefühl und Rückmeldung entstehen stabilere Lern- und Handlungsmuster als bei rein passiven Formaten, wie etwa dem bloßen Lesen, Zuhören oder dem Abarbeiten standardisierter Wissensabfragen. Serious Games können analog oder digital umgesetzt werden und reichen von Rollenspielen, Planspielen, Brett- und Kartenspielen über Escape-Formate bis hin zu komplexen digitalen Szenarien. Entscheidend ist nicht die Form, sondern das Zusammenspiel von Lernziel, Zielgruppe und Erfahrungssituation.
Abzugrenzen sind Serious Games von verwandten Ansätzen
Sie sind keine Gamification, bei der lediglich einzelne Spielelemente auf bestehende Lern- oder Arbeitsprozesse aufgesetzt werden. Sie sind auch keine reinen Simulationen, die Realität lediglich nachbilden, ohne eine spielerische Lernlogik zu verfolgen. Ebenso unterscheiden sie sich von Quiz- oder Testformaten, die primär Wissen abfragen, statt Handeln und Entscheidungsprozesse erfahrbar zu machen. Serious Games sind stets didaktisch konzipierte Lernumgebungen, in denen Spielmechanik, Szenario und Lernziel aufeinander abgestimmt sind.
Serious Games in der Informationssicherheit
In der Informationssicherheit machen Serious Games menschliches Verhalten in realitätsnahen Entscheidungssituationen sichtbar, trainierbar und reflektierbar. Während technische Maßnahmen und Richtlinien den Rahmen setzen, entsteht Sicherheit im Alltag dort, wo Menschen unter Zeitdruck, Unsicherheit oder widersprüchlichen Anforderungen handeln. Serious Games übersetzen abstrakte IT-Sicherheitsanforderungen in konkrete Handlungssituationen, die erlebt statt erklärt werden. Im Fokus steht dabei nicht die Fehlervermeidung, sondern der kompetente Umgang mit Abweichungen und Unsicherheit. Sie ermöglichen es, kritische Situationen risikofrei zu simulieren und fördern so eine fehlerfreundliche Lernkultur. Teilnehmende können handeln, scheitern, Strategien anpassen und robuste Handlungsmuster entwickeln. Besonders unter Stress zeigt sich, wer kommunizieren, priorisieren und ruhig entscheiden kann. Zugleich adressieren Serious Games die soziale Dimension der Informationssicherheit. Sicherheitsrelevante Entscheidungen entstehen selten isoliert, sondern im Zusammenspiel von Rollen, Schnittstellen und Hierarchien. Mehrspielerformate machen Kommunikationsmuster, Verantwortungsdiffusion und implizite Annahmen erlebbar und damit reflektierbar. Gemeinsame Erfahrung erzeugt soziale Resonanz, die nachhaltiger wirkt als individuelle Belehrung. Ein gezieltes Debriefing verknüpft das Spielerlebnis mit realen Prozessen, Rollen und Risiken der Organisation. Richtig eingesetzt stellen Serious Games einen strategischen Baustein, um Informationssicherheit von einer formalen Anforderung zu gelebter Praxis zu entwickeln, dar.
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„Vorlesungen zum Lehrbuch Cyber-Sicherheit“
„Aktuelle Cybersicherheitslage und Cyber-Sicherheitsstrategien“ „Cybernation – Gemeinsam für mehr IT-Sicherheit“ „Cyber-Resilienz – Idee und Umsetzung“
„Forschungsinstitut für Internet-Sicherheit (IT-Sicherheit, Cyber-Sicherheit)“
„Master-Studiengang Internet-Sicherheit (IT-Sicherheit, Cyber-Sicherheit)“ „Marktplatz IT-Sicherheit“ „Marktplatz IT-Sicherheit: IT-Notfall“ „Marktplatz IT-Sicherheit: IT-Sicherheitstools“ „Marktplatz IT-Sicherheit: Selbstlernangebot“ „Marktplatz IT-Sicherheit: Köpfe der IT-Sicherheit“ „Vertrauenswürdigkeits-Plattform“
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Summary Article Name Serious Games Description Serious Games sind didaktisch gestaltete Spiele, die Lernen durch Erfahrung ermöglichen und gezielt Wissen, Verhalten sowie Handlungskompetenz nachhaltig im Kontext z.B. IT-Sicherheit fördern. Author Prof. Norbert Pohlmann Publisher Name Institut für Internet-Sicherheit – if(is) Publisher Logo |