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Technologische Souveränität im Cyber-Raum - Prof. Dr. Norbert Pohlmann

Technologische Souveränität im Cyber-Raum

Technologische Souveränität im Cyber-Raum– Glossar Cyber-Sicherheit – Prof. Norbert Pohlmann

Was ist Technologische Souveränität?


Technologische Souveränität im Cyber-Raum
Technologische Souveränität trägt dazu bei, eigenständig, selbstbestimmt und unabhängig Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten. Durch das Erreichen der technologischen Souveränität können auch die gewünschten Cyber-Sicherheits- und Ethik-Anforderungen umgesetzt werden.

Da eine vollständige technologische Souveränität in der Regel nicht finanziell umgesetzt werden kann, sollten zumindest wichtige Schlüsseltechnologien unabhängig beherrscht und weiterentwickelt werden können. Damit können technologische Abhängigkeiten reduziert werden. Technologische Souveränität eröffnet Wirtschaft und Gesellschaft Gestaltungsmöglichkeiten.

Für den Cyber-Raum sind sämtliche mit dem globalen Internet verbundene IT und IT-Infrastrukturen sowie deren Kommunikation, Anwendungen, Prozesse mit Daten, Informationen, Wissen und Intelligenzen zu berücksichtigen.

In Abgrenzung zur technologischen Souveränität zielt eine digitale Souveränität mehr auf den Bürger ab, der digitale Medien mit den verwendeten Daten kompetent, sicher, vielfältig und frei nutzen will.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der technologischen Souveränität ist die Festlegung der Gesellschaft, in der sie wirken soll: ein Unternehmen, eine Branche, Deutschland, Europa oder aber auch die internationale Staatengemeinschaft. Die Vor- und Nachteile dieser Festlegung sind vielfältig und betreffen insbesondere die Gesamtkosten, Abhängigkeiten und die Innovationsgeschwindigkeit der entsprechenden Technologien.


Generelle Aspekte für die Aufrechterhaltung der eigenständigen Wettbewerbsfähigkeit

Bei der technologischen Souveränität spielt eigenständige Wettbewerbsfähigkeit eine besondere Rolle. Da in Zukunft in allen Branchen der Wertschöpfungsanteil von IT und des Internets immer größer wird, werden auch alle Branchen davon abhängig.

Aus diesem Grund sollten die folgenden generellen Aspekte bezüglich der eigenständigen Wettbewerbsfähigkeit besonders beachtet und umgesetzt werden.

Unabhängigkeit von wichtigen Technologien herstellen

  • Daseinsvorsorge und der öffentlichen Sicherheit
  • Leitindustrie und -märkte

Regeln für wichtige Technologiebereiche definieren und umsetzen

  • Festlegung der Länder, bei denen Risiken vertretbar bleiben.
  • Förderung von und Regeln für technologische Standards
  • Umsetzung von Cyber-Sicherheitsgesetzen, wie eIDAS, EU-DSGVO, NIS, PSD2, Cybersecurity Act, …

Vertrauenswürdigkeit der Technologiepartner und Ursprungsländer überprüfen

  • Technologien über Gütesiegel, Zertifizierungen und weitere Verifizierungsmöglichkeiten auf die Vertrauenswürdigkeit hin überprüfen
  • Bewertung der Abhängigkeit des entsprechenden Ursprungslands vornehmen und berücksichtigen

Definition und Nutzung von Open-Source-Software

  • eine gemeinsame und kostenoptimierte technologische Souveränität mit Open-Source-Software umsetzen
  • Konsortien bilden, die die Entwicklung, unabhängige Weiterentwicklung und deren Verifizierung der Open-Source-Software fördern und aktiv mit umsetzen


Weitere Informationen zum Begriff “Technologische Souveränität im Cyber-Raum”:


Vorlesung: Cyber-Sicherheit – Vorlesung

Jahresbericht des Weisenrats für Cyber-Sicherheit 2020: “Technologische Souveränität muss erhöht und bewahrt werden”

Artikel: “Vertrauen – ein elementarer Aspekt der digitalen Zukunft”

Vortrag: “Technologische Souveränität in einer zunehmend komplexeren Welt-Wirtschaftslage

Informationen über das Lehrbuch: „Cyber-Sicherheit

Glossar Cyber-Sicherheit: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)


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