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Vertrauenswürdigkeit - Prof. Dr. Norbert Pohlmann

Vertrauenswürdigkeit

Vertrauenswürdigkeit - Glossar Cyber-Sicherheit - Prof. Norbert Pohlmann

Was ist Vertrauenswürdigkeit im digitalen Raum?


Vertrauenswürdigkeit oder „trustworthiness“ ist die Annahme, dass es möglich ist, sich auf etwas Bestimmtes verlassen zu können.
Aus diesem Grund ist die Vertrauenswürdigkeit von Herstellern, Anbietern sowie IT-Produkten- und -Diensten ein zunehmend wichtiges Kriterium und ebenso ein entscheidender Erfolgsfaktor, für den Einsatz der Technologien, insbesondere in der fortschreitenden Digitalisierung.
Anhand bestimmter Kriterien lässt sich die Vertrauenswürdigkeit von Unternehmen und deren Technologie (vertrauenswürdige IT-Systeme) näher definieren und was Vertrauen faktisch bedeutet. Auf der Grundlage von Vertrauenswürdigkeit können die Nutzer Vertrauen aufbauen und damit steigert sich die Akzeptanz für die Nutzung.

Vertrauen heißt Zutrauen

Ein relevantes Kriterium für die Vertrauenswürdigkeit ist Zutrauen. Generell kann Zutrauen in die Funktionalität dadurch erzeugt werden, dass Hersteller und Diensteanbieter sowohl die beste Absicht als auch die Fähigkeit haben, eine verlässliche sowie sichere Technologie, respektive Dienste und Anwendungen, zur Verfügung zu stellen.
Obwohl diese Anforderung von hoher Bedeutung ist, wurde sie bis dato keinesfalls immer optimal erfüllt, da die zur Verfügung gestellten Technologien bislang aus verschiedenen Gründen nicht konstant ordnungsgemäß funktionierten. Dies hat teilweise zur Folge, dass innovative Technologien per se infrage gestellt werden.

Vertrauen bedeutet Zuverlässigkeit

Mit Zuverlässigkeit ist gemeint, dass Technologien und Lösungen nur die Dinge tun, die gewünscht sind und das möglichst hundertprozentig zuverlässig.
Momentan gibt es jedoch weder eine reglementierte Produkthaftung noch ein wahrnehmbares Verantwortungsbewusstsein seitens der Hersteller, wie es beispielsweise in der Automobilbranche gang und gäbe ist. Das heißt, es ist möglich Anwendungen und Dienste zu offerieren, die nicht zwangsläufig einen normierten Grad an Zuverlässigkeit bieten.

Vertrauen benötigt Gewissheit

Für die Gewissheit bedarf es der Grundannahme, dass seitens der Hersteller und Diensteanbieter alle Faktoren berücksichtigt werden, die jeweils die relevanten Aspekte der Vertrauenswürdigkeit beinhalten, und hier insbesondere auch die der Cyber-Sicherheit sowie der ethischen Dimensionen.
Aktuell ist dies noch nicht der Fall – so binden beispielsweise Hersteller und Diensteanbieter nicht die heute zur Verfügung stehenden Cyber-Sicherheitsmaßnahmen angemessen in ihre Anwendungen und Dienste ein. Siehe auch Stand der Technik. Das zeigt, dass Hersteller und Diensteanbieter momentan nicht ausreichend daran interessiert sind, ihre Reputation mit Hilfe bestimmter Maßnahmen zu verbessern – also letztendlich nicht im notwendigen Maße bereit sind Verantwortung für das Allgemeinwohl der Gesellschaft zu übernehmen, um Gewissheit als Kriterium für ihre Vertrauenswürdigkeit aufzubauen.


Weitere Informationen zum Begriff “Vertrauenswürdigkeit”:


Artikel:
“Vertrauen – ein elementarer Aspekt der digitalen Zukunft”

“Trust as a Service – Vertrauen als Dienstleistung – Validierung digitaler Nachweise mit der Blockchain”

“Wie können wir der KI vertrauen? – Mechanismus für gute Ergebnisse”

“Gemeinsames Vorgehen für mehr Vertrauen in die Zukunft”

“Cloud unter (eigener) Kontrolle: Trusted Cloud Enklave – Vertrauen durch Sicherheit”

“Digitale Ethik – Vertrauen in die digitale Welt”

Der Aufschwung der Vertrauensdienste!? Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt – eIDAS”

“Eine vertrauenswürdige Zusammenarbeit mit Hilfe der Blockchain-Technologie”

“Intelligente Helfer als persönliche Assistenten. Wie sicher und vertrauenswürdig sind Roboter?”

“Allseits vertrauenswürdig – European Multilaterally Secure Computing Base (EMSCB)”

“Die vertrauenswürdige Sicherheitsplattform Turaya”


Informationen über das Lehrbuch: „Cyber-Sicherheit“

Glossar Cyber-Sicherheit: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

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